Foto by Gabriela

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Kälteurticaria - Kälte Allergie - Kälteagglutinine

Ich möchte einmal etwas Langes schreiben, das leider nicht lustig oder unterhaltend ist. 

Da wir seit Tagen in Andalusien Regen haben und ich daher nur zu Hause bleiben kann, hab ich Zeit dafür. 

Ich werde ein wenig ausholen, da mich viele meiner Leser kennen, viele auch nur über die Zeitschriften BELLA und MEINS oder Facebook von den Andalusien-Freunden. Daher bekomme ich manchmal ganz lieb gemeinte Genesungswünsche, wenn ich schreibe : "bin wegen meiner Erkrankung zu Hause".

Nun, ich hole mal aus, nicht, dass ich mich rechtfertigen möchte, nein. Wir Wienerinnen sind von Haus aus Quassel-Tanten. Das Wort plauschen kommt nicht von ungefähr. Ein Schwätzchen halten, plaudern, reden, tratschen und ähnliches ist bei uns normal. 

Und ich bedanke mich für jeden einzelnen Genesungswunsch, sie sind lieb gemeint, Danke !

Meine deutschen Freunde sagen mir oft : "ist schon gut, musst dich nicht rechtfertigen" Leute tu ich echt nicht ! Hihihihi ich plaudere bloß über dies und das. Wir sind so in Wien. :-) Ich bin ne sehr gute Verkäuferin gewesen. Mein Mundwerk ist so :-), ich habe alles mit viel Überzeugung an die Frau/ Mann gebracht. Somit berichte ich nun weiter.

Ich hab etwas sehr Seltenes und eventuell findet meine Seite jemand der auch daran leidet und es erspart ihm/ihr einiges. Da ich viele, viele Jahre durch Arztpraxen getingelt bin, bis ich mein heutiges Wissen zusammen gesammelt hatte.

Vorausschicken muss ich, dass sogar viele Ärzte damit gar nichts anzufangen wissen, da sie es schlicht und einfach nicht kennen. Ich habe das erste Mal, von meinem damals neuen praktischen Arzt in Wien, als ich 24 Jahre alt war erfahren. Aber er sagte mir nichts weiter, nur wie es heißt und dass ich es habe.

Bis es Schlussendlich in einer Allergie Ambulanz ausgetestet und schriftlich bestätigt wurde, mussten noch mal 25 Jahre vergehen.

Der Weg dazwischen und davor, ist lang und holprig, schmerzhaft und nimmt einem sehr viel Lebensqualität.

Wo der Ursprung dieser seltenen Erkrankung liegt, weiß ich nicht genau. Ich habe aber eine Vermutung. 

Als ich 7 Jahre alt war, bekam ich in Jugoslawien am Beginn des Sommerurlaubes an der Adria Mumps oder Masern - ich habs vergessen, was davon es war. Meine sonnenhungrige Mutter wollte den einmonatigen, gerade angetreten Urlaub nicht abbrechen, und so gingen wir trotzdem Tag für Tag bei ca. 40 Grad Tagestemperatur (nicht meine), im August vom Bungalow an den Strand. Juhu mir war immer nur übel. 

Ohne Schatten und mit letzter Kraft bekam ich nach einigen Tagen extrem hohes, tagelanges Fieber . Das irgendwo stetig um die 40-41 Grad (jetzt ich) lag, so habe ich es in Erinnerung. Ich wurde aber nicht ins Krankenhaus gebracht (mit 7 Jahren kannst dich ja selbst nicht zu Wort melden), sondern im Nachbar Bungalow war zufällig ein deutsches Ehepaar, die beide Kinderärzte waren und mich mit Unmengen Antibiotika über den Berg retteten. Die Hälfte erbrach ich ununterbrochen. Ich kann mich heute noch an die riesigen Kapseln erinnern, die sie, weil sie viel zu groß waren, aufmachten, und mir das Zeug in den Mund stopften, grauenhafter Geschmack. 

Es war wohl an der Kippe.. schaff ich es, oder nicht.

Um es kürzer zu machen, ich bekam eine ganz schlimme Gehirnhautentzündung und es fehlte nicht mehr viel....

Nach 3 Wochen wieder daheim wurde ich untersucht. Ich kann mich an die Worte des Arztes an meine Mutter erinnern: "Rutschens auf den Knien um den Stephansdom, ein Glück sie hätte deppert werden können oder sterben".

Nun gut, ich starb nicht und ob ich deppert geworden bin, sei mal dahin gestellt. Auf alle Fälle hab ich mir zuvor als Kind alles, aber wirklich alles und leicht gemerkt. Konnte bis zu jenem Tag nach der Erkrankung jedes Kinderlied und Gedicht in Kürze auswendig und hatte nie ein Aufmerksamkeits-Problem. Das änderte sich schlagartig danach. 

Obwohl ich 2 Jahre später zu Psychologen und zu Therapeuten geschleppt wurde, mein IQ mit 132 getestet wurde, (sei mal dahingestellt ob das wichtig ist) hatte ich keinerlei schulische Erfolge oder gar Freude oder noch wichtiger, je eine gute Note im Zeugnis heim gebracht. Also ihr wisst nun, woher meine schreckliche Rechtschreibung stammt, die ihr sicher schon bemerkt habt. 

Nach den Ferien an der Adria, der beginnenden 2. Klasse Grundschule wars vorbei ....

Meine Schulzeit war einfach nur eine Qual. Ich wurde als schwerer Legastheniker eingestuft und mit diversen Kursen und Übungen gequält. Erfolg = 0. Ab dieser Zeit hab ich nie wieder richtig auswendig lernen können. 

Man hatte meiner Mutter nahegelegt, ich sollte 1 Jahr zwecks Erholung die Schule aussetzen und Reha machen. Aber das wollte sie nicht, störte wohl ihre Freiheit.

Sagt mir mal, wie man das Einmaleins lernt, geschweige denn Mathe, Grammatik, oder Jahreszahlen in Geschichte, oder in Chemie und Physik die Formeln, das ging bis dahin, dass ich vom Maschineschreiben befreit wurde, weil ich mir einfach nichts mehr merken konnte, nicht einmal wo welche Tasten sind. Von Fremdsprachen mal ganz abgesehen. Ihr könnt Euch nicht denken, wie lange ich noch als Erwachsene Inligua oder andere Kurse belegte, um wenigstens ein bisschen Englisch sprechen zu können. Wenn man der deutschen Grammatik schon nicht mächtig ist, fange ich in Englisch erst gar nicht an. Es half auch kein Aufenthalt in Britain als Austauschschülerin, ich verlor bloß die Hemmungen trotzdem zu reden. Deshalb quassle ich auf der ganzen Welt mit allen :-). Das lustige ist, dass ich überall durchkomme und die Engländer mir immer sagen, so übel ist es nicht. Mein Glück ist, dass ich ein sehr logisch denkender und gefühlvoller Mensch bin, daher meine Talente kenne und einsetze. Ich hab mein Wissen nicht auswendig erlernt, sondern im Leben erlebt und mir viel selbst beigebracht.

Das lustige ist, dass ich mich zweimal in einer Beziehung wieder gefunden hatte, in der ich mit meinem Partner englisch reden musste und es klappte. 

Gewisse Aussagen bringen mich leider oft an die Grenze meiner Geduld, wenn mir immer wieder von Spaniern, aber eher sogar von anderen deutsch sprechenden Zuwanderern vorgehalten wird, dass ich gefälligst in Spanien auch spanisch zu erlernen hätte, wenn ich schon hier leben will. Leider oft sehr forsch und unfreundlich ! Ich versuche es zu erklären, dass es einfach nicht klappt und nicht am wollen liegt. Mühsam, ich sag es Euch. Daher bin ich so gerne in Marbella. Hier kann man oft in Deutsch sprechen und kommst mit Englisch total aus.

So zurück zu Kälte Urticaria, also es könnte sein, dass der Ursprung dort begraben liegt. In der vollkommen Überdosis Antibiotika oder einfach als Begleitung der Gehirnhautentzündung oder den Masern. Konnte mir bis dato niemand sicher bestätigen. 

Was ist denn das überhaupt ?

Landläufig wird es oft als Kälteallergie betitelt. Es ist aber keine echte Allergie.

Stellt Euch vor, alles was unter eurer Körpertemperatur liegt, wird vom Körper als Angriff wahrgenommen. Er reagiert...

Man muss nun dazu wissen, es gibt es in vielen Varianten. Daher kann ich nur meine beschreiben. Als ich zum Austesten für einen schriftlichen Befund im AKH Wien (größtes Krankenhaus in Österreich) zum fünften Mal in der Allergie Ambulanz war, holte ein Oberarzt den Kollegen um mit ihm zusammen, vor mir am PC zu googeln, weil sie es nicht oft zu sehen bekommen. 

Bei meiner Blutabnahme saß eine Schwester mit einer Thermosflasche neben mir und musste meine mit frischem Blut gefüllte Phiole, sofort hinein geben und rennen ! Echt, sie rannte ins Labor Gegenüber und es klappte trotzdem erst nach dem X-Mal abzapfen, dass mein Blut warm genug dort für die Untersuchung ankam. 

Wie regiert der Körper ?

Bei mir war es seit ich ca. 7 Jahre alt war so, dass ich, wenn es mir kühl oder kalt wird, Schmerzen bekomme. Das Gefühl tritt ein, wie wenn sich alle Muskeln des Körpers verhärten. Man wird steif und es tut einfach weh. Die Schultern am schnellsten, aber am Ende alles. 

Ich war als Kind viele Jahre bei den Pfandfindern, insgesamt total gerne. Aber in den Sommer-Lagern -  meistens Regen im Österreich, was sonst. Von den Oster-Lagern will ich gar nicht sprechen. Wir waren damals in alten Wasser-undichten Zelten vom Heer untergebracht. Alles, wirklich alles war komplett nass. Der Schlafsack, die Kleidung, und keiner hat mir geglaubt. Ich hab wirklich gelitten und bekam immer dieselbe Antwort : die anderen frieren auch und haben es auch nass, ich soll doch Ruhe geben. Das natürlich die "Heimabende" in unserer Pfadfinder Gruppe auch viel zu kalt waren, ist logisch. Es war in der Pfarre in alten Gemäuern, ohne richtige Heizung. 

Wenn Wind oder Nässe an die Haut kommt,
verstärken sich die Schmerzen noch ins Vielfache.
Z.b. Obst, das im Kühlschrank liegt, kann ich nicht schneiden.
Die Finger schwellen in Kürze dick an und es tut saumäßig weh.

Zu dieser Zeit, hatte ich die Quaddel Bildung noch nicht. Sonst wäre es eventuell doch mal aufgefallen. Mir wurden nur die Finger immer ganz fleckig und rot und es juckte. Zuzüglich der Ganzkörper- Verspannungs- Schmerzen.

Ich kann mich an endlose Jahrzehnte erinnern, wo ich es irgendwo mit verkrampften Schmerzen aushielt. Ob das in der Schule im Winter war, die Heizungen sind immer nur auf 20 bis 21 Grad eingestellt. Viel zu kühl ! Oder später bei der Arbeit. 

Ich hatte einen Vorstellungstag in einem großen Möbelhaus und wurde auch genommen. Gutes Gehalt und Provision hätte es gegeben. Ich musste ablehnen, nach 4 Stunden konnte ich den Kugelschreiber kaum mehr halten. Es war so wenig eingeheizt, (ca. 20 Grad) dass die Kunden auch im Wintermantel die Etagen mit all der Möbel besuchen konnten. Das geht für mich nicht, wenn ich dort am Schreibtisch sitzen soll oder herum gehen.

Es ist ja am ganzen Körper, also Hände und Finger extrem. Aber Nase, Ohren, alles eben, wie soll man das in warme Bekleidung verpacken - Nordpol Ausrüstung, Sturmkappe mit Mundschutz? 

Allein schon im Winter ins Auto zu steigen ist eine Aufgabe. Das Lenkrad angreifen ging überhaupt nicht !  3 Sekunden später beginnt der Juckreiz, der sich anfühlt, als ob du in Brennnesseln greifst. Weitere 1-2 Minuten später schwellen die Fingerkuppen unter Schmerzen dick an. Es zerreißt dir bald die Haut. Einzige Abhilfe - sofort unter heißes Wasser halten und 3 Minuten dort verbleiben, bis man aufgetaut ist.

Ich hatte ein Leben, dass als ich es endlich alles wusste, bald ganzjährig nur mehr IM Haus stattfand. So selten wie es geht hinaus gehen, lautete ab dann die Devise für mich. Freundschaften zerbrachen, weil ich nicht im Sommer Abends z.B. beim Heurigen (Wiener Buschenschänke) sitzen konnte. Das blöde war, ich wusste es zu lange nicht und hab in meinem Haus viele Jahre stundenlang im Garten gearbeitet. Man MUSS ja durch, sonst ist man faul oder ähnliches. Und so meinen Körper langsam immer mehr und mehr ruiniert.

Zähne zusammen gebissen und samt Verspannung und Schmerzen die Arbeit erledigen.
Wenn ich damals schon gewusst hätte, was ich Heute weiß, wäre mir jetzt leichter.
Dann hätte ich viel eher in ein warmes Land ziehen müssen, um mir endlose Spätfolgen zu ersparen. 

Was in all den Jahren unerkannt blieb sind die Langzeit Auswirkungen. Bei jedem Mal, wenn mir kalt war (also fast immer, wann hat es denn in Österreich über 36 Grad ?) hat mein Körper innerlich, irgendwo mit Entzündung reagiert. 

Folge - ich habe seit ich 32 bin mit den Bandscheiben zu tun und nun in den letzten Jahren schon mit meinen derzeit 53 beginnende Arthrose. Zuzüglich kommen weitere Erkrankungen wie eine chronische Schleimbeutel Entzündung an der Hüfte. Die auch mit Kortison Spritzen nicht weg gehen, da die Arthrose sie wohl immer wieder auslöst.

Am Fußrücken bekomme ich sofort, wenn ich mal ohne Socken bin und es sich plötzlich kalt anfühlt, eine immer wieder kehrende Schwellung. Da tut nachts sogar die Bettdecke darauf weh. Ist zwar gutartig, aber auch schlecht zu behandeln, da sie nach einer OP einfach 5 cm daneben wieder kehren würde.

Aja OP..... ich darf nichts Kühles in mich bekommen. Also Narkose oder Infusionen müssen auf Körpertemperatur angewärmt werden. Im Falle nicht, könnte ich sterben. Auch nett oder ?

Ich hab es früher einige Male erlebt, dass die Schwestern eine Infusion mehrmals gestochen haben, weil es schmerzhaft war und dick wurde. Ich bin sicher, sie hatten sich nicht verstochen, sondern ich bin nur innen angeschwollen. 

Das noch viele andere Erkrankungen einhergehen könnt ihr Euch nun sicher denken. Mir wurde erst vor ein paar Wochen von 2 Ärzten und 1 Optiker beginnende Makuladegeneration diagnostiziert. Auslöser können zu viele Entzündungen sein ! Na hätte ich ja im Angebot. Mit 53 viel zu früh....

Ja danke, was noch alles...

Um es abzuschließen, solltet Ihr an Euch rote Flecken bemerken die bei Kühle (Wind, kaltes Wasser, zu wenig Raum Temperatur etc.) auftauchen, oder gar Blasen Bildung bekommen .... dann geht zu einem Arzt, der damit schon ausgebildet ist. 

Ich war in so vielen Krankenhäusern und es wurde nicht beachtet. Die österreichische Krankenkasse wollte mich vor 5 Jahren mit meinen Rücken/Bandscheiben Problemen zu Kur schicken. Wisst ihr wohin ? In einen kühlen Stollen in einem Bergwerk. Dort hätte ich einige Stunden am Tag frieren sollen, das hilft ! Hahahahah, wie doof oder, sie lesen nicht mal den gesamten Befund. 

Als ich es klar stellte, bekam ich einen 3 wöchigen Aufenthalt in der wärmsten Therme in Salzburg mit Moor Behandlungen, Wassergymnastik, Turnen, Walken und mehr...

Soll ich weiter erzählen ?
Es endete in der 2. Woche im Krankenhaus.

Die Temperatur in den Turnsälen war einfach zu kühl. Das Schwimmbecken wo wir ca 20 Minuten Gymnastik hatten viel zu wenig warm für mich, trotz der 32 Grad Wassertemperatur. Es ging mir Tag für Tag schlechter. Sie legten mir Infusionen und Spritzen und ich bekam Morphin haltige Medikamente. 

Das war dann das Beste, darauf hin hatte ich eine Überreaktion und konnte 2 Tage nicht mehr gehen und richtig denken. Halt wie unter Drogen oder besoffen. 

Das Ende vom Lied, wer eine Kälte Urticaria hat, leidet zu großer Wahrscheinlichkeit auch an einer Histaminintoleranz. Das geht Hand in Hand einher. Aufpassen, viele, viele Medikamente sind dadurch unverträglich und schaden mehr als sie helfen. Morphin haltige, gehen gar nicht. 

Vom Essen möchte ich nun gar nicht zu erzählen anfangen .... Seiten um Seiten im Net findet Ihr darüber. (ich schaff es echt nicht mich immer an alles zu halten)

So und nun wisst Ihr alle, warum ich in Andalusien lebe und warum ich es warm eingeheizt brauche. Zumindest 23 Grad ist halbwegs erträglich. Ab 26 Grad geht es mir besser und ab 36 Grad lebe ich. Hochsommer ohne Klimaanlage, herrlich !

Leider nun trotzdem immer mit Schmerzen, da die Arthrose - Bandscheiben - und alles andere nicht kurzfristig tschüss sagen. 

Und wenn ich nicht alleine, all das mit dem Auswandern gemacht hätte, sondern mit einem Partner, wäre ich auf den Seychellen gelandet, wo das ganze Jahr Sommer ist ! Aber so, mit nur 1 Geldbeutel hab ich mich dann doch nur in Europa umgesehen, und die wärmste Ecke ausgewählt.

http://www.urtikaria.net/de/formen-der-urtikaria/physikalische-urtikaria/kaelteurtikaria.html

Um Euch die Häufigkeit zu erläutern, ist es so am einfachsten. In den meisten Krankenhäusern, oder Arztpraxen, in denen ich war (ich bin oft umgezogen in meinem Leben, und habe daher an vielen verschiedenen Orten gelebt, somit viele Male neue Ärzte kennen gelernt ) - kennt man das gar nicht. Sehr oft, wurde ich schief angeschaut und nicht ernst genommen.

3 praktische Ärzte hab ich kennen gelernt, die es sofort wussten. 1. der ganz frisch von der Ausbildung kommende in Wien, der es mir mit 24 Jahren gesagt hatte. Der nächste war viele Jahre später, in meinem letzten österreichischen Wohnsitz, als ich 50 Jahre war. Ein prakt. Arzt, wenige Jahre vor der Pensionierung. Er hatte in seiner ganzen Laufbahn eine einzige Patientin, die dieselbe Kälte Urticaria hatte. Und zu guter Letzt, hier in Spanien ein deutscher Arzt im Ruhestand, mit ihm und seiner Frau bin ich befreundet. Auch er hatte dieselbe Erfahrung. Er kennt die Erkrankung, anhand 1er Patientin, in seiner langen Tätigkeit !

Es ist 5.00 früh und ich erwachte mal wieder vor Kälte. Das nütze ich nun zum bloggen. Dazu muss man sagen, mir wird genauso heiß -warm, wie anderen auch. Es kommt schon mal vor, dass ich die Heizung mitten in der Nacht im Schlafzimmer abdrehe. Mit dem Erfolg, dass ich nun, viel zu früh, es ist stockdunkel, bei 21 Grad Zimmertemperatur mit einer eiskalten Nase und Ohren, aber vor allem mit schmerzlicher Verspannung im gesamten Rücken und Nacken aufgewacht bin und nicht mehr schlafen kann. Ich sitze nun, direkt an der Infrarot Heizung im Wohnzimmer, bei der es bald nach dem Einschalten, sehr rasch, gefühlte 25 Grad hat. Hier bleibe ich nun solange sitzen, bis sich das Schlafzimmer als ganzes auf meine 23 Grad erwärmt hat.

Logischerweise, hab ich eine ganz warme Bettdecke mit der höchst möglichen Wärme spendeten Angabe. Eine kanadische Daunendecke, nur es hilft nichts, wenn das Gesicht raus guckt.  Was wegen der Atemluft aber sein muss. Schnaufen unter dem Bettzeug geht einfach nicht lange. Also - NIE unter 22/23 im Winter. Und auf die Monate warten, wenn es endlich wieder überall 26 Grad hat....mindestens :-).

Auch meine große Liebe, ein sehr intelligenter Mann, (ehem. Vorstand eines deutschen Konzerns) hat es nie verstanden. Ein Großteil, warum diese Beziehung zerbrach, war die Kälte. Er war das Gegenteil von mir. Ihm war immer heiß. Am liebsten hätte er nie über 19 Grad im ganzen Haus gehabt, Nachts noch viel kühler. Ich habe, nachdem wir in diese Traumvilla am Rhein, die wir zusammen ausgesucht und eingerichtet hatten, zogen, ein Jahr um jedes Grad gekämpft. Er hat nie verstanden, dass ich in der Früh wie gerädert, nicht erholt, unausgeschlafen und angespannt aufgestanden bin. Jeden Tag mit mir Diskussionen geführt und die Heizung 10 x am Tag zurück gedreht. Getrennte Schlafzimmer und eine Heizung die Nachts über läuft, kam für Ihn nicht in Frage. Ein zusammen Leben klappte nicht. Die zwei Sommer Monate im Jahr, Juli und August, in denen es endlich meine Wohlfühltemperatur hatte, reichten für ein Leben nicht aus. Nach 1 Jahr bin ich ausgezogen....

Mein Partner muss wärmeliebend sein :-) anders klappt das nicht.

Ich hoffe, es ist nicht zu wirr geschrieben und ihr habt nun eine kleine Ahnung. Es könnte dem einen oder anderen auf seinem Weg helfen, schon in jungen Jahren die Koffer nach Thailand, Afrika oder Florida zu packen !

Ich kann nur sagen, dass sich seit ich hier in Andalusien bin, endlich lebe. Ich hab so viele Tage, an denen ich wunderbar draußen in der Natur bin, einfach im warmen Sand in der Sonne liege. Es war die richtige Entscheidung !
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Text http://www.urtikaria.net :



Die Kälteurtikaria (KU), eine der häufigeren Formen der Physikalischen Urtikaria, ist in den meisten Fällen erworben, das heißt, sie entwickelt sich im Laufe des Lebens. Wie der Name schon sagt, ist Kälte der Auslöser für die Hauterscheinungen. Typisch ist also, dass es nur nach einem Kontakt mit Kälte, z.B. kalter Luft oder kaltem Wasser) zu urtikariellen Beschwerden kommt.
Kälteallergie oder Kälteurtikaria?
Die Begriffe "Kälteurtikaria" und "Kälteallergie" werden oft synonym gebraucht. Eine KU macht zwar genau die gleichen Beschwerden wie eine Allergie, ist aber keine echte Allergie. Auch andere Erkrankungen, wie z.B. die Kryoglobulinämie werden immer wieder als "Kälteallergie" bezeichnet. Auch die Kryoglobulinämie ist keine Allergie. So ist der Ausdruck "Kälteallergie" nicht nur irreführend, sondern auch falsch: Es gibt überhaupt keine Allergie gegen Kälte. Eine Allergie beruht auf der Bildung von Antikörpern gegen ein Allergen. Ein Allergen ist eine an sich harmlose Substanz aus unserer Umwelt, gelegentlich auch ein im Körper vorhandener Stoff. Bei Kontakt mit dem Allergen entsteht dann die allergische Reaktion. Da gegen Kälte keine Antikörper gebildet werden können, kann es auch keine Kälteallergie geben.
Unter den physikalischen Urtikariaformen ist die KU mit etwa 15% nicht selten. In kalten Ländern (Skandinavien) kommt sie häufiger vor, in warmen etwas weniger. Frauen sind etwa doppelt so oft betroffen wie Männer, beide Geschlechter meist im jungen Erwachsenenalter. Die durchschnittliche Krankheitsdauer beträgt etwa 5 Jahre. Der Schwerpunkt der jahreszeitlichen Verteilung liegt in unseren Breiten klar im Winter [1-3].Die KU birgt besondere Gefahren, die - glücklicherweise nur selten - zu schweren Komplikationen führen. So kann ein 'Sprung ins kalte Wasser' eine generalisierte Urtikaria-Reaktion auslösen, die bis zum Schock führen kann. Auf Grund dieses Schockgeschehens kommt es erst zu einer Weitstellung der Gefäße und dann zu einem Blutdruckabfall mit Minderdurchblutung lebenswichtiger Organe (Gehirn, Herz, Niere), deren Folge Bewusstlosigkeit und Ertrinken sein kann. 
Wie alle Urtikariaformen äußert sich die KU in häufig stark juckenden Haut- und/oder Schleimhautveränderungen, mit meist zentral blassen Quaddeln von unterschiedlicher Größe und Anordnung, die aussehen, als ob man in eine Brennessel gegriffen hätte. Die Quaddel ist eine Flüssigkeitsansammlung in der Haut und kommt durch eine Erweiterung der Hautgefäße bei Erhöhung ihrer Wanddurchlässigkeit zustande. 
Ursache für diese Reaktion ist eine Ausschüttung von verschiedenen Entzündungsstoffen, vor allem von Histamin aus den Mastzellen. Die Hauterscheinungen treten dort auf, wo die Kälte einwirkt, deswegen sind meist die unbekleideten Körperregionen wie Hände und Gesicht betroffen. Dabei gibt es keine für alle Patienten geltende absolute Schwellentemperatur oder -zeit. Die auslösende Form der Kälte (ob Luft, Wasser, kalte Gegenstände, kalte Getränke oder Mahlzeiten, Körpertemperatur, verdunstender Schweiß) ist individuell sehr verschieden. Viele Patienten berichten, dass neben der absoluten Temperatur auch ein rascher Temperaturwechsel, also ein großer Temperaturunterschied (Warm-Kalt-Übergang) für das Auftreten von Quaddeln entscheidend ist. Für die meisten KU-Fälle gilt jedoch, dass beim Unterschreiten einer bestimmten Umgebungstemperatur Quaddeln auftreten, entweder sofort danach oder bei der Wiederaufwärmung nach dem Kältekontakt.
Auch kann der Genuss von kalten Getränken oder von Speiseeis bei Patienten mit KU zu Schwellungen im Rachenbereich führen. Solche Schwellungen können nicht nur Schluckbeschwerden, sondern auch Atemnot bzw. einen kompletten Verschluss der Atemwege zur Folge haben [4-7].
Besondere Vorsicht ist für KU-Patientinnen und -Patienten bei einem Krankenhausaufenthalt und insbesondere bei Operationen unter Vollnarkose geboten, denn Infusionslösungen, die vor der intravenösen Verabreichung nicht auf Körpertemperatur erwärmt werden, können zu schweren KU-Schüben führen.
Darüber hinaus scheint die KU mit Infektionskrankheiten assoziiert zu sein. Oft genannt werden infektiöse Mononukleose (Pfeiffer'sches Drüsenfieber), Syphilis, Hepatitis, Masern, Varizellen (Windpocken), Borreliose, HIV-Infektionen, Atemwegsinfektionen, Helicobacter pylori und Parasitosen. Auch entzündliche Prozesse im HNO-Bereich, im Zahn-und Kiefer-Bereich oder im Urogenitaltrakt können mit der KU vergesellschaftet sein und sie aufrechterhalten [3, 9]. Das könnte auch erklären, warum viele KU-Patienten nach einer antibiotischen Therapie von ihrer KU gesunden [3].
Weiter sind Kryoglobulinämien bei KU-Patienten häufiger als bei Kontrollgruppen [10-13]. Kryoglobuline sind Bluteiweiße, die unterhalb der normalen Körpertemperatur gelartig werden und daher zu einer erhöhten Viskosität des Blutes führen, d.h. das Blut wird dickflüssiger. Meistens treten die Beschwerden zuerst an der Fingerspitzen auf, die dann Durchblutungsstörungen vor allem bei Kälte aufweisen. Besonders häufig entstehen Kryoglobuline bei chronischen Virusinfekten, es können aber auch Neoplasien oder hämatologische Erkrankungen dahinterstecken [14, 15].
Des Weiteren können Medikamente Auslöser einer KU sein. Da sind zum einen die üblichen Verdächtigen wie Aspirin, Diclofenac, Indometacin, Ibuprofen, Metamizol und die ACE-Hemmer. Aber auch orale Kontrazeptiva, Antimykotika oder Antibiotika sind mögliche Auslöser sein [16-18].


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